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„Nach Thailand Auswandern“ – Ein kleiner Ratgeber für Auswanderungswillige

Das Auswandern ist in den letzten Jahren zu einem regelrechten Medienthema und eine Art Volksport geworden. Neben einer Reihe Fernsehsendungen wechselnder Qualität hat auch die Zahl der Internetseiten zum Thema „Auswandern“ rasant zugenommen. In den Foren dieser Seiten bekommt man vorallem von jüngeren Auswanderungswilligen schnell den Eindruck, in Mitteleuropa gäbe es keine Zukunft und keine Perspektive, was für manchen durchaus der Fall sein mag.

Doch bevor man sich mit den Details zum Auswandern allgemein und mit den Informationen des Wunschlandes speziell auseinandersetzt, sollte man sich im Klaren darüber sein, daβ die ‚Flucht’ aus einer misslichen Lage in den seltensten Fällen eine gesunde Grundlage für ein erfolgreiches Übersiedeln sein kann. Persönliche Probleme und Schwierigkeiten mögen im ersten Moment nach einem ‚Tapetenwechsel’ vergessen sein, doch negative Muster und nachhaltige Unzulänglichkeiten kommen früher oder später wieder zum Vorschein und können in ungewohnter Umgebung schlieβlich zu weit gröβeren Problemen führen als dies ‚Zuhause’ der Fall gewesen wäre.

Gute Vorbereitung – ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg
Wer sich gut vorbereitet, über ein gewisses Maβ an Selbstwirksamkeit verfügt, sich mit den Fakten vertraut macht und sich von utopischen Idealvorstellungen verabschiedet, kann in kurzer Zeit durchaus schnell und erfolgreich im Ausland Fuβ fassen. Hilfen dazu gibt es von verschiedenen Seiten und dank dem Internet und der Globalisierung rücken die Kontinente immer näher zusammen. So ist es nicht verwunderlich, daβ die Zahl der Auswanderer in Mitteleuropa in den letzten zwei, drei Jahren drastisch zugenommen hat.

Doch ist eine Auswanderung heute kein ‚weg hier und ab an den Palmenstrand’, sondern für Leute ohne entsprechenden finanziellen Hintergrund stets mit viel Aufwand und einem gewissen Restrisiko behaftet.

Thailand ist „TOP’ bei Rentner
Thailand ist bei den über 50-jährigen in der Top-Liste der Auswanderungsländer. Spanien ist nach wie vor Favorit, wenn es um die Finca als Altersruhesitz geht. Bei den jüngeren Deutschen ist weiterhin die Schweiz die beliebteste „neue Heimat“, was die erste Besonderheit für Thailand auszeigt: Wegen der niedrigen Preise, der guten Infrastruktur und des rheuma-freundlichen Klimas durchaus für Rentner interessant, gibt es in Thailand für jüngere Leute oft zu wenig kulturelle Angebote, gleichgesinnte Freundschaften oder einfach nicht die passende Arbeitsstelle, um als Auswanderungsland langfristig interessant zu sein. Es ist auffällig wie oft in Thailand ansässige Deutsche in den Vorstellungen ihrer Bekannten aus Deutschland in Shorts am Strand mit Cocktails in der Hand angesehen werden, oft nicht ohne falschen Neid.

Wer in Bangkok arbeitet weiβ, daβ es nicht jedem liegt in langer Hose, Hemd und Krawatte bei über 30 Grad und Sonnenschein stundenlang im stickigen Verkehr zur Arbeit zu fahren und die Strände sind meist zu weit entfernt, um dort jedes Wochenende zu verbringen.

Zugegeben, ein etwas überzeichnetes Bild, doch beschreibt es die gröβten Probleme, die es laut dem Raphaels-Werk unter Auswanderern gibt: Falsche Vorstllungen vom Leben und Arbeiten im Traumland führen zu Frustration und Ernüchterung und nicht selten zur vorzeitigen Rückkehr, die leider auch oft mit finanziellen und beruflichen Nachteilen verbunden ist. Das Raphaels-Werk berät im Sinne des Auswanderungsschutzgesetzes mit Telefon-Hotline und Brochüren, mittlerweile auch für Rückkehrer.

Auswandern auf Zeit
Doch wer sagt denn, daβ es für immer sein muβ? Heutzutage werden die Möglichkeiten immer besser, nur für eine begrenzte Zeit eine Schnupperauswanderung zu unternehmen – sei es ein halbjähriges Praktikum mit anschlieβendem Strandurlaub bei einem der vielen deutschen/schweizerischen Unternehmen in Thailand oder ein befristetes Arbeitsangebot als Lehrer oder Dozent. Dem Auswanderer haftet noch zu oft die veraltete Vorstellung vom Dampferpassagier in die neue Heimat aus Nachkriegszeiten an und eine Rückkehr in die alte Heimat wird zu unrecht als Fehlschlag des Vorhabens gewertet. Diese Informationsseite hat Informationen und Tipps gesammelt, die Auswanderunswilligen ihre Entscheidung erleichtern und neue Perspektiven geben soll für einen neuen Lebensabschnitt im Land des Lächelns.

TIPPS FÜR AUSWANDERER

Nicht alle Zelte abbrechen
Email, Videomail und Expressbriefe machen es heute anders als vor zwanzig Jahren möglich, seinen engsten Freundeskreis auch auf solche Distanz aufrecht zu erhalten. Zudem wird eine Einladung nach Bangkok oder Phuket von Freunden öfter angenommen, als man vermuten mag. Wer es sich leisten kann, verkauft nicht alles, sondern stellt die wichtigsten Dinge bei Freunden, Eltern oder einem Spediteur unter. In gröβeren Städten ist es ein Kinderspiel, z.B. per Mitwohnzentrale auch längerfristig einen Untermieter zu finden. Für den Rest des Hausstandes ist etwa bei Ebay eine Absatzquelle.

Arbeit in Thailand
Der klassische Beruf von Ausländern, die nicht mit einem internationalen Konzern, sondern auf eigene Faust in Thailand leben, ist der des Lehrers. Während an Universitäten und Internationalen Schulen durchaus Qualifikationen gefordert sind (Lehramtsprüfung, Berufserfahrung, akademischer Titel), gibt es unzählige private Unternehmen, die auch Nicht-Muttersprachler für rudimentären Englischunterricht einstellen. Keine kangfristige Lösung, aber hilfreich. Ansonsten bei deutsch-schweizer Unternehmen in Thailand direkt anfragen, welche Arbeitsmöglichkeiten es gibt. Am besten schon aus Deutschland aus nachfragen. Online-Jobbörsen wie Monster.de halten länderspezifische Bewerbungstipps parat. Die Deutsch-Schweizer Thailändische Handelskammer ist eine wichtige Anlaufstelle für Neuankömmlinge und Arbeitssuchenden.

Aufenthaltserlaubnis
Thailand ist vergleichsweise billig. Für wenige hundert Euro läβt es sich gut leben, wenn man auf Dauer auf westliche Luxusgüter verzichten kann. Doch in Sachen Existenzgründung und Arbeitserlaubnis wird es schnell teuer: Eine Ich-AG gibt es genauso wenig wie Arbeitsversicherungen und gesetzliche Krankenkassen. Wer befristet bleibt oder abwarten will, kann günstige Reiseversicherungen abschlieβen, etwa beim ADAC. Obwohl kulant im Vergleich zu westlichen Regierungen, sind die Einwanderungsbehörden in Thailand sehr strikt, wenn es um Arbeitnehmer mit Touristenvisum geht. Das gilt übrigens auch für selbständige Unternehmer. Am besten schon vor Einreise ein Jahresvisum besorgen, da dieses in Thailand nicht ausgegeben wird, aber Grundlage für die Benatragung einer Arbeitserlaubnis ist.

Sprachen und Kultur
Es kann nicht zu stark betont werden, wie wichtig es ist, sich vorher mit der Kultur in seinem Wunschland zu beschäftigen. Ein regelmaβiger Besuch beim Thailänder um die Ecke gehört sicher nicht dazu. Dafür aber Sprachkurse an der VHS oder im Thailändischen Zentrum oder Tempel seiner Heimatstadt sind gute Erganzungen zum Studium der gangigen Reise- und Fachliteratur. Im regionalen Vergleich schneidet Thailand in Sachen Englischsprachigkeit sehr schlecht ab. Selbst in Touristengebieten sprechen einfache Leute oft nur wenige Brocken Englisch, anderswo ist ohne Thai-Kenntnisse meist nichts zu erreichen.

Wohnen
Mit dem nötigem Kleingeld kann man wunderschöne Häuser oder Apartments erwerben – auf Zeit oder unbefristet. Landerwerb ist allerdings ausgeschlossen. Vorsicht ist angesagt, denn die meisten Betrügereien werden von anderen Auswanderern verbrochen, nicht etwa von Einheimischen. In Ballungsgebieten gibt es schon ab 400 Euro sogenannte „Service Apartments“ mit Wachpersonal und Zimmerservice. Dem Standard sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Auβerhalb von Bangkok kann man in bewachten Siedlungen ab 120 Euro ein Reihenhaus, für 300 Euro bereits ein Einfamilienhaus im Monat mieten, vorausgesetzt man kann sich einigermaβen verständigen. Wegen der Sprachbarrieren können schon Kleinigkeiten, wie Waser- und Stromversorgung, problematisch werden, doch nicht unlösbar.

Bevor man sich zum Kauf entschlieβt, ist es immer besser vorher was zu mieten und sich dann vor Ort ein genaueres Bild zu machen. Kaufen geht schnell, doch einen Vertrag rückgängig machen geht leider nicht.

Herzensangelegenheiten
Nicht selten entsteht der Auswanderunswunsch nach Thailand aus einer Romanze oder Partnerschaft. Obwohl es durchaus gegenteilige Beispiele gibt, ist es leider meist der problematischere Weg, weil sich viele Kandidaten falsche Vorstellungen machen, siehe Kultur. Die Gesetz zu Landbesitz, Arbeitserlaubnis und die gesellschaftlichen Erwartungen werden meist völlig vernachlässigt, was sich langfristig böse rächen kann. Mehr denn je gilt hier, sich in keine übereilten Abhängigkeiten (Landkauf, Auto) zu begeben. Liebe macht oft blind und verblasst schneller, als man wieder klar sehen kann. Im Zweifel spricht das Gesetz für die oder den Thai. Gerade im ländlichen Thailand wird, welch Überraschung, von einem Familienoberhaupt erwartet, daβ er die Sippe ernähren kann – und diese ist oft gröβer als wir es gewohnt sind.

Zollfrei übersiedeln
Wer seinen Hausstand nach Thailand verschiffen lassen möchte, kann sein Hab und Gut etwa per Container (Spedition) zollfrei einführen. Vorausgesetzt die Sendung landet nicht später als drei Monate nach der eigenen Anreise. Bedenken Sie: Die meisten Alltagsgegenstände kauft man so oder ähnlich in Asien oft günstiger.

Für das Verschiffen gilt: Nichts mitbringen, was man im Notfall nicht auch im Land lassen kann. Wichtige Belege, wertvolle Erinnerungsstücke oder Briefmarkensammlungen nicht nur wegen des Klimas lieber bei guten (!) Freunden oder besser bei Verwandten lagern.

Nicht vergessen: Kopien anfertigen von Reisepass, Visum, Geburtsurkunde und allen anderen Dokumenten. Am besten in elektronischer Form hinterlegen – freemail.de, lonelyplanet.com, mac.com und viele andere bieten einen solchen Service, oft kostenpflichtig, an. Am einfachsten ist es aber, sich Kopien der Unterlagen mit markanter Betreffzeile versehen an die eigene Emailadresse zu schicken. Dort liegen sie jederzeit abrufbar von (fast) überall.

Wichtige Internetadressen

  • Auswandererberatung: www.raphaels-werk.de
  • Beratung und Jobvermittlung: www.bva.bund.de
  • Deutsch-Thailändische Handelskammer: www.gtcc.org
  • Bewerbungstipps: www.monster.de
  • Forum: www.thaivisa.com
  • Kultur und Sprache: www.goethe.de
 
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